Auf die Schnelle musste für unser damaligen 10 Monate alten Sohn einen Buggy her. Nicht irgendeiner, sondern einen Reisebuggy. Kurzum im Fachmarkt Brendon umgeschaut, haben wir uns für den gb Pockit+ in Navy Blau entschieden. Nach 10 Monate Benutzung, hier der Reisebuggy Test.

Die Anforderungen

Recht spontan sind wir vergangenes Jahr in den Urlaub zum Campen gefahren. Da wir wussten, das wir kaum Platz für unseren sperrigen Kinderwagen im Auto haben, musste ein kompakter her. Der einzigste der uns im Fachmarkt zusagte, war der Pockit+ von gb. Dieser ist sehr leicht, kann kompakt zusammengefaltet werden und hat zudem eine Liegefunktion und Sonnendach. Alles was unseren Anforderungen entsprach. Doch ob sich der stolze Preis von 249 Euro (bei Brendon) gelohnt hat?

gb Pockit+ Testbericht

Hier gibt es nun den Testbericht des gb Pockit+ nach circa 10 Monaten Benutzung.

Kompakter Reisebuggy

Der gb Gold Pockit+ in der Farbe Navy Blau von Vorne
gb Gold Pockit+

Im Babyfachmarkt Brendon in Österreich haben wir uns nach einem kompakten Reisebuggy umgeschaut. Die Auswahl ist recht bescheiden und längst nicht so umfassend wie in Online-Shops. Doch wir wollten eben so ein „Ding“ einfach selbst ausprobieren und überzeugen. Für uns war es von Anfang klar, dass ein leichter und komfortabler Buggy keine paar Euro kosten wird. So sind haben wir die Billigen gleich übersprungen und sind zur Auswahl von gb (goodbaby) und Babyzen gekommen.

Die kompentente Dame demonstrierte uns zuerst den Babyzen Yoyo der uns optisch nicht ganz zugesagt hat. Auch war er noch nicht kompakt genug. Anderst aber dann der zweite, der gb Pockit+. Selten war ich so verblüfft davon, als die Dame den Reisebuggy mit wenigen Schritten und Sekunden zusammengeklappt hat. Einmal selbst ausprobiert, war ich von ihm schon voll überzeugt. Eine Probefahrt durch das Fachgeschäft gemacht, schon war er gekauft, allerdings zum stolzen Preis von 249 Euro.

Der gb Pockit+

Kurz bervor es zum Test oder auch Erfahrung übergeht, hier noch ein paar Merkmale des gb Pockit+. Der Reisebuggy ist für Kinder mit einem Gewicht von 9-17 Kg geeignet. Dank dem Drei-Punkt-Gurt sitzt das Kind eigentlich Sicher im Waagen drin (siehe unten). Ein Sonnendach spendet Schatten und ein Ablagefach für Spielzeug oder Essen gibt es auch. Das wichtigste Merkmal ist allerdings die Kompaktheit des Reisebuggys.

Auf- und Zusammenklappen

Nachdem der gb Pockit+ die Verpackung verlassen hat, darf er das erste mal aufgeklappt werden. Ist der Bügel entfernt und die Räder nach Außen geklappt, benötigt es nur doch ein wenig Schwung und der Buggy steht aufgestellt in voller Größe vor einem.

Am Anfang muss man sich schon etwas überwinden, mit viel Schwung den Buggy zu öffnen. Doch ganz ohne geht es eben nicht. Nach zwei bis drei Versuchen hat man den Dreh aber schnell raus. Das Zusammenklappen geht zwar auch recht zügig, aber nicht ganz so schnell wie das Aufklappen. Am besten lässt sich dieser zusammenklappen, wenn man die Vorderräder gegen ein Hindernis wie einem Bordstein, Hauswand oder Autoreifen drückt. So kann der Pockit+ zügig in das kompakte Maß befördert werden.

Die Ingenieure von goodbaby haben sich da schon eine recht komplizierte aber geniale Falttechnik einfallen lassen. Nur so kann der Reisebuggy auf ein kompaktes Maß von 32x20x38 Zentimter zusammengefalten werden.

Nach etwa 10  Monaten muss ich aber sagen, er benötigt schon etwas Pflege, damit er weiterhin so flüssig auf- und zusammengeklappt werden kann. Abhilfe habe ich mit allheilmittel WD40 geschaffen. Etwas auf die Stäbe sprühen und schon geht es wieder wie am ersten Tag.

Das Gestell stabil genug?

Trotz der vielen Faltmechanismen und des geringen Eigengewichtes ist der gb Pockit+ recht stabil gebaut. Natürlich „verbiegt“ sich das Gestell um ein paar Zentimeter wenn man die Kurve kratzen möchte, doch ich empfinde dies nicht als Qualitätsmangel. Sowohl über Bordsteine oder andere Hindernissen kann der Reisebuggy gut geführt werden.

Kleine bewegbaren Räder

Der Pockit+ besitzt vorne als auch hinten über je zwei Doppel-Gummiräder. Hier kann man also nichts aufpumpen und somit bleibt man auch nicht mit einem Platten „liegen“.

Linke Seite ist das Rad fixiert, rechts beweglich
Funktioniert zuverlässig: Links ist das Rad fixiert, rechts ist die Sperre offen und somit das Rad beweglich.

Hier zeigt sich aber auch der Nachteil der kleinen Räder. Auf Feldwegen, Wiese oder auf unebenen Wegen ist es ein Horror mit dem Buggy zu fahren. Anderst dagegen sieht es auf geteerte Straßen oder Pflasterwegen aus. Praktisch sind hier die beweglichen Vorderräder wodurch der Pockit+ sehr wendigfreundlich wird. Wer es etwas stabiler möchte, kann mit einem kleinen Schalter die Vorderräder fixieren. Das ist im übrigen auch nötig, wenn er zusammengeklappt wird.

Die Bremse des gb Pockit+
Die Bremse des gb Pockit+

Selbstverständlich hat der gb Pockit+ auch eine Feststellbremse. Dazu befindet sich am rechten Rad ein Hebel der mit dem Fuß festgedrückt werden kann. Durch ein Kabel wird zugleich auch das linke Hinterrad fixiert. Die Bremse hält sowohl bei der Nutzung als auch im Test sehr gut. Selbst bei starken schieben löst die Bremse nicht, auch, wenn die Räder anfangen zu rutschen.

Reisebuggy mit Liegefunktion

Vor allem für meine Freundin war dieses Merkmal sehr wichtig. Damals im Urlaub noch recht jung und viel geschlafen, muss der Buggy eine Liegefunktion haben. DIe hat der Pockit+ mehr oder weniger.

Der gb Pockit+ Reisebuggy mit Liegefunktion
Ganz so viel gibt die Liegefunktion beim gb Pockit+ nicht her

Die Rückenlehne liegt im Reisebuggy recht locker drin. Mit einem Zugband kann die Position eingestellt werden. Ist das Band ganz geöffnet, sollte das Kind darin liegen können. Nun ja, so ganz leider nicht. Ich schätze mal das der Winkel ungefähr 40 Grad beträgt. Ganz Flach bekommt man die Liegefunktion leider nicht. Doch angesicht des kleinen Buggys ist das noch zu veschmerzen.

Was allerdings viel mehr stört ist die Tatsache, dass das Kind viel Spielraum hat, sich darun zu bewegen. Egal ob in der Liegefunktion oder ganz aufgerichtet, die Rückenlehne lässt sich stets nach vorne oder hinten bewegen. Gerade wenn man ein zappeliges Kind hat, kann dies seh störend sein.

Drei-Punkt-Gurt enttäuscht

Wenn wir gerade beim Sitz sind, enttäuscht micht der Gurt doch sehr. Zwar lässt sich dieser kinderleicht schließen und öffnen, doch sicher und handlich ist er nicht wirklich. Hier mal einige negativen Punkte des Drei-Punkt-Gurt zusammengefasst:

  • Schulterpolster: Die Schulterpolster sind zwar guter Qualität, doch sie verutschen ständig und bleiben selten in der Position, an der sie auch bleiben sollten.
  • Kein Brustgurt: Auch wenn die Gurte sehr eng anliegen, rutschen die zwei seitlichen stets am Oberarm herunter. Vor allem dann, wenn glatte Kleidung wie eine Regenjacke angezogen ist. Hier könnte schon ein Brustgurt helfen, der leider fehlt.
  • Gurt zu lang: Mein Sohn ist zwar noch recht klein (jetzt 82cm), doch der Gurt ist viel zu lang. Vielleicht benötigt man die, wenn der Kleine mal älter ist, doch dann müsste man die besser verstauen können. Normalerweise gehören die Gurte unter beziehungsweise in die Schulterpolster. Doch wenn nicht einmal die halten, fliegen die Gurte auch kreuz und quer.

Ablagefach und Sonnendach

Sehr praktisch finde ich das Abagefach unter dem Sitz. Hier passt so ziemlich einiges rein. Nur darf dies nicht im ganzen zu groß sein, da der Abstand zwischen Sitz und dem oberen Ablagerand etwas gering ist. Doch ein kleiner Einkauf oder Spieleug für den Sandkasten lässt sich da allemal verstauen.

Das Ablagefach unter der Sitzfläche des gb Pockit+ Reisebuggy
Praktische Ablagefach unter dem Sitz. Platz für einen kleinen Einkauf oder Spielzeug hat es.

Das Sonnendach ist ebenfalls praktisch, zumal es sich auch abnehen lässt. Doch wirklich nützlich ist es nicht. Zum einen ist es recht klein, zum anderen lässt es sich nur hoch unter runterklappen. Seitlich bewegen oder neigen kann man es nicht. Schon bei leichten Wind fängt das Sonnendach an zu flattern und klappt immer wieder nach oben. Könnte man es fixieren, wäre zumindest das Problem gelöst.

gb Pockit+ Fragen

Neben dem Reisebuggy Test sind mir selbst als auch andere noch einige Fragen eingefallen die ich hier beantworten möchte. Solltest auch du eine Frage haben, schreibe es in die Kommentare. Sofern ich eine Antwort weiß, werde ich diesen Absatz aktualisieren.

Kann ich den gb Pockit+ in das Flugzeug mitnehmen?

Ob der Pockit+ zusammengeklappt als Handgepäck mitgenommen werden darf, hängt von der Fluglinie ab. In der Regel gibt es hier aber keine Probleme da die Abmessungen geringer sind als die maximale Obergrenze für das Handgepäck. Wir selbst hatten bislag noch keine Möglichkeit, dies auszuprobieren. Anderen Erfahrungen zufolge gab es bislang keine Probeme. Im Zweifelsfall die Fluglinie fragen.

Gibt es einen Regenschutz?

Leider bietet gb für den Pockit+ 2017 keinen Regnschutz an. Für das neuere Modell gibt es hingegen einen Regenschutz. Ob dieser auch für das 2017er Modell passt, kann ich zum aktuellen Zeitpunkt nicht sagen. Ansonsten muss man hier auf die Auswahl anderer Hersteller zurückgreifen.

Passt der gb Pockit+ in einen Rucksack?

Es lässt sich sicher den ein oder anderen Rucksack finden, in dem der Reisebuggy zusammengeklappt hineinpasst. Hier muss man beachten, das der Innenraum des Rucksacks etwas größer ist als der Pockit+ (32x20x38cm).

Als Alternative gibt es die passende Tragetasche von gb.

Gibt es einen passenden Fussack?

Ja, gb bietet für seine Buggys einen Fusssack für den Winter an. Passend auch für den Pockit+ bietet er bei kalten Wetter schutz vor Kälte und Wind. Wasserdicht ist der Fusssack allerdings nicht.

Wir persönlich haben bereits zwei verschiedene Universal-Fusssäcke anderer Hersteller ausprobiert. Doch die sind nicht wirklich passend und verutschen sehr leicht. Daher rate ich zum gb Fusssack.

Fazit: gb Pockit+ Test

Der gb Pockit+ Reisebuggy im Test mit Kind
Dem kleinen Finn gefällts!

Nach etwa 10 Monaten Benutzung bin ich etwas hin und her gerissen. Für den alltäglichen Gebrauch würde ich den gb Pockit+ nicht kaufen. Dafür ist der Reisebuggy einfach zu teuer und hat viele kleine Mängel wie zum Beispiel der enttäuschende Gurt oder das sinnlose Sonnendach.

Doch als Reisebuggy taugt der Pockit+ allemal. Kompakt zusammengeklappt passt er noch in jedes Auto oder Gepäck mit rein. Und ich denke auf der Reise, vor allem wenn man eh Abstriche/Kompromisse machen muss, tut die halbe Liegefunktion auch nicht weh. Wer das Budget für einen solchen Reisebuggy hat, kann ich ihn empfehlen. Sollte der Buggy, gb Pockit+, im Alltag zum Einsatz kommen, würde ich zu einem anderen greifen.

gb Gold Pockit+, Buggy, Kollektion 2017, capri blue
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gb Pockit+
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