Früher sagte man noch, es müssen wenige Wochen gewartet werden, bis man endlich mit dem Neugeborenen aus dem Haus darf. Doch das ist Schnee von gestern. Viele Kinderärzte und Hebammen empfehlen bereits ab dem ersten Tag an die frische Luft zu gehen. Mit was? – Natürlich einem Kinderwagen. Nicht Jeder ist gleich ein geeignetes Modell um in die Stadt oder gar in den Wald joggen zu gehen. Doch Modelle gibt es und für was sind sie geeignet? Worauf muss man beim Kauf achten und welches Zubehör ist ein Muss?

Mit dem Kinderwagen flexibel sein

Schon lange vor der Geburt machen sich viele Eltern Gedanken um einen Kinderwagen. Die Ansprüche sind hoch und die Auswahl unüberschaubar. Praktisch soll er sein, viel Stauraum, wendig, kompakt verstaubar und noch viele Aspekte sind zu berücksichtigen. Doch egal für welchen Kinderwagen man sich entscheidet, man wird flexibel. Ob im Bus oder Bahn, auf unebenen Wegen im Wald oder einfach auf dem Weg in die Stadt.

Welche Kinderwagen-Modelle gibt es?

Das richtige Modell zu finden ist schwierig, aber mit Sicherheit gibt es auch das Wunschmodell. Die Entscheidung welcher Kinderwagen es werden soll wird von vielen Faktoren beeinflusst. Die wichtigste Frage sollten sich Eltern aber stellen, „Was möchte ich mit dem Kinderwagen machen?“.

Jede Art von Wagen hat seine Vor- und Nachteile. Können Kombikinderwagen eine lange Zeit genutzt werden, ist dies bei einem Erstlingswagen nicht. Genauso ist es schwierig mit einem Buggy im Wald spazieren zu gehen.

Klassischer Kinderwagen

Der klassische Kinderwagen, auch Erstlingswagen genannt, ist nach wie vor sehr beliebt. Er ist aber in etwa nur bis zum ersten Geburtstag zu gebrauchen, da dieser auch nur eine gerade und weiche Liegefläche besitzt. Das stabile Fahrgestell aus Aluminium verfügt meistens an allen vier großen Rädern eine vollfertige Federung. Damit können auch unebene Wege wie zum Beispiel im Wald bezwungen werden. Sehr typisch für den klassischen Kinderwagen ist auch das große Sonnenverdeck sowie das große Ablagefläche unter der Babywanne.

Vorteile

  • auf allen Untergründen befahrbar
  • hoher Liegekomfort
  • Federungen
  • große Ablagefläche für Utensilien

Kombikinderwagen

Der Kombikinderwagen (3-in-1) ist dem Klassischen recht ähnlich, kann aber wesentlich länger verwendet werden. Denn durch verschiedene Aufsätze kann er ab der Geburt an bis zum Ende des Buggy-Alters gefahren werden. Solange das Baby noch nicht selbstständig sitzen kann, wird die Liegeschale installiert. Sobald das Kleinkind dann sitzen kann und die Umwelt entdecken möchte, kann der Kinderwagen mit einem Sitzaufsatz zu einem sportlichen Buggy umgerüstet werden. Dank Adapter können auf dem Kombikinderwagen auch Babyschalen fürs Auto montiert werden.

In der Anschaffung ist dieses Modell recht teuer, kann aber auch lange genutzt werden. Wichtig ist es dann aber, gleich den richtigen mit einer guten Qualität zu finden. Schließlich soll dieser dann auch über mehrere Jahre halten.

Vorteile

  • lange Verwendbarkeit
  • teils auch mit Babyschale nutzbar
  • teuer aber meist hohe Qualität
  • sehr vielfältig nutzbar

Zum Kombikinderwagen

Buggy

Ein kompakter Buggy (Reisebuggy) am See

Spätestens ab dem Zeitpunkt, an dem ein Kind stabil sitzt, kann ein Buggy benutzt werden. Die zeichnen sich vor allem durch ein geringes Gewicht, kompaktes Faltmaß und einer hohen Wendigkeit aus. Für unebene Wege eignen sich Buggys weniger, da sich zumeist nur kleine und wenige Räder haben. Durch die kleine Größe sind sie aber ideal für die Stadt, in Bus und Bahn sowie bei einem Auto mit wenig Platz.

Wenn das Kind auch mal ein kleines Schläfchen im Buggy-Kinderwagen machen möchte, lohnt es sich ein Modell mit Liegefunktion zu beschaffen.

Vorteile

  • kompaktes Faltmaß
  • geringes Gewicht
  • gute Wendigkeit
  • leichte Handhabung

Jogger

Der Jogger-Kinderwagen, oder auch Sportwagen genannt, ist der ideale Begleiter für sportliche Eltern. Auch er eignet sich wie der Buggy erst, wenn das Baby selbstständig und sicher sitzen kann. Gegenüber dem Buggy hat der Jogger ein stabileres Gestell, große Reifen, einen Schutzbügel und je nach Modell auch eine Federung. Denn spätestens wenn es etwas zügiger voran geht, ist der Sitzkomfort für das Kind besonders wichtig.

Vorteile

  • große Reifen für das Gelände
  • Schutzbügel
  • meist mit Federung
  • sichere Gurte

Zwillingskinderwagen

In den ersten Momenten können viele Eltern ihr Glück kaum fassen, wenn es Zwillinge werden. Doch sobald die erste Freude überwunden ist, tauchen die ersten Fragen wie zum Beispiel „Wie transportiere ich zwei Kinder auf einmal?“ auf. Für solche Fälle gibt es dann den Zwillingskinderwagen oder auch Geschwisterkinderwagen. Der Doppelsitzer ermöglicht dann den Transport von zwei Kindern auf einmal.

Doch man kann noch so guten Zwillingskinderwagen besitzen, im Alltag sind solche großen Kinderwägen eine enorme Herausforderung. Durch die große Breite oder Länge wird es in Bussen oder im Supermarkt sehr eng. Auch der Transport im Auto kann nicht immer gelingen.

Vorteile

  • zwei oder mehrere Kinder auf einmal
  • hohe Stabilität
  • große Ablagefläche

Worauf beim Kauf achten?

Beim Kauf eines Kinderwagens gibt es viele Kriterien die zu beachten sind.

Platz und Gurte

Egal ob in der Sitzfläche oder in der Liegewanne, der Kinderwagen sollte immer genug Platz für das Kind haben. Gerade bei längere Fahrten ist es wichtig, dass sich das Kind auch bewegen kann. Mehr Platzangebot bietet zum Beispiel im Winter auch Platz für eine Decke oder einen Fußsack an.

Doch je mehr Platz vorhanden ist, umso wichtiger sind auch die Gurte. Im besten Fall bietet der Kinderwagen einen Fünf-Punkte-Gurt an um die höchste Sicherheit zu gewährleisten. Idealerweise sind sie gut gepolstert und lassen sich stets an das Alter des Kindes anpassen.

Räder & Reifen

Die Räder spielen eine entscheidende Rolle, wo und wie sich ein Kinderwagen fahren lässt. In der Stadt oder im Supermarkt eignen sich keine und wendige Räder. Geht es häufiger in die Natur, sind große und starre Räder die bessere Wahl. Auch wenn wir lieber im Frühling und Sommer spazieren gehen, muss auch an den Winter gedacht werden. Auch im Schnee sollte sich ein Kinderwagen noch sicher schieben lassen. Kinderwagen, bei denen man die Räder fixieren kann haben einen großen Vorteil.

Neben den Rädern ist der Reifentyp nicht zu vernachlässigen. Luftreifen eignen sich sehr gut für das Gelände, da sie leichtgängig und dämpfend sind sowie eine gute Bodenhaftung besitzen. Hartgummireifen, die meist bei Buggys zum Einsatz kommen, sind robust und nicht empfindlich gegen Glasscherben oder Steine. Durch die geringe Abnutzung sind sie zudem langlebig und witterungsbeständig.

Bremsen

Ganz egal welche Art von Kinderwagen gekauft werden soll, eine Bremse muss einfach vorhanden sein. Je nach Modell gibt es eine Feststellbremse und/oder eine Handbremse. Kombikinderwagen und Buggys haben in der Regel nur eine Feststellbremse an den Hinterrädern. Jogger-Kinderwägen sollten zudem auch eine Handbremse besitzen um höhere Geschwindigkeiten leichter zu reduzieren.

Federung

Naturfreunde sollten nicht nur auf große Räder achten, sondern auch auf eine ausreichende Federung. Auf unebenen Waldwegen kann es sonst schnell ungemütlich werden und das Kind zum Beispiel aus dem Schlaf wecken.

Hersteller nutzen hier verschiedene Verfahrung um Erschütterungen zu dämpfen. So gibt es unter anderem richtige Luftfederungen, Blattfederungen oder auch einfache Stahlfederungen.

Verstellbaren Schiebegriff

Mögen einige Eltern gleich groß sein, dürfte ein starrer Griff weniger das Problem sein. Doch in den meisten Fällen ist der Vater dann doch größer. Hier sollte darauf geachtet werden, dass der Kinderwagen einen verstellbaren Schiebegriff besitzt. Kleine als auch große Personen sollten den Wagen entspannt schieben können. Je nach Modell gibt es einen Teleskopschieber oder einen Knickschieber. So lässt sich der Griff ganz einfach an die Größe anpassen.

Kompaktes Faltmaß

Wer viel mit dem Auto unterwegs ist, sollte auf ein geringes Faltmaß des Kinderwagens achten. Gerade ein Kombikinderwagen benötigt durch die Aufsätze viel Platz. Ein klappbares Gestell und abnehmbare Räder sind hier ein Muss, um den ganzen Wagen bequem in den Kofferraum zu bekommen.

Auch Reisende die zum Beispiel mit dem Flugzeug fliegen sollten sich bei den Fluggesellschaften über die Mitnahmen informieren. In jedem Fall kann ein Reisebuggy helfen. Im Flugzeug können solche meist als Handgepäck mitgenommen werden. Und im Auto nehmen sie minimal Platz weg.

Prüfsiegel

Auch wenn die bereits genannten Kriterien beim Kauf wichtig sind, steht die Sicherheit an erster Stelle. Auch wenn günstige Kinderwägen zum Kauf leiten, sollten sie stets Prüfsiegel von unabhängigen Instituten oder Behörden haben. Dazu gehört zum Beispiel das GS- oder TÜV-Siegel.

Auch wichtig: Kinderwagen Zubehör

In vielen Kinderwagen-Sets gibt es eine große Bandbreite an Zubehör. Doch nicht immer ist auch alles vorhanden.

Regenschutz & Insektenschutz

Egal zu welcher Jahreszeit, ein Regenschutz sollte stets mit dabei sein. Viele Hersteller bieten für den Kinderwagen eine spezifische Regenhülle an. Zu empfehlen sind Regenhüllen mit einem luftdurchlässigen Sichtfenster da die Hülle sonst durch die Feuchtigkeit gerne von Innen beschlägt.

Vor allem im ländlichen Gebiet, aber auch in der Stadt, ist ein Insektenschutz zu empfehlen. Hierfür gibt es Universalnetze diverser Hersteller.

Fußsack

Das Baby entdeckt zu jeder Jahreszeit etwas Neues. Gerade die Winterzeit wenn der erste Schnee fällt sind die Augen der kleinen groß. Auch mit Neugeborenen kann man den Winter im Kinderwagen entdecken. Doch bei kalten Temperaturen ist ein Fußsack unerlässlich. Beim Preis als auch bei der Qualität gibt es aber große Unterschiede. Ein teurer Lammfellfußsack bietet eine natürliche Wärmeregulierung und ist wasserbeständig. Universalfußsäcke können dagegen über das ganze Jahr angewendet werden und haben meist ein herausnehmbares Innenfutter.

Sonnenschutz

Ohne einen geeigneten Sonnenschutz sollte man das Haus gerade im Sommer nicht verlassen. Dazu gehört neben der Sonnencreme auch ein Sonnenschirm oder Sonnensegel. Eine einfache Handhabung ist dabei wichtig. Der Sonnenschirm sollte einen verstellbaren Winkel sowie einen hohen Lichtschutzfaktor haben.

Getränkehalter

Ob für die Babyflasche oder für den eigenen Kaffee, ein Getränkehalter für den Kinderwagen kann sich durchaus als nützlich erweisen. Die Universal-Becherhalter können in der Regel mit einer Schraubzwinge an sämtliche Gestelle fixiert werden. So hat man das Getränk immer in der Reichweite.

Handwärmer

Handschuhe sind nicht immer die ideale Methode, seine Hände zu wärmen. Klingelt das Telefon, muss der Schnuller wieder in den Mund oder hat man sonstiges zu tun, müssen sie stets aus- und wieder angezogen werden. Handwärmer für den Kinderwagen halten die Hände ebenfalls warm und müssen nicht angezogen werden. Sie werden mit Druckknöpfe am Griff befestigt. So muss man nur schnell raus- und wieder reinschlüpfen.

Wickeltasche

Eine Wickeltasche bietet gegenüber einer Handtasche oder Rucksack viele Vorteile. Wickeltaschen haben mehrere Fächer und bieten ausreichend Platz, auch für eine Wickelunterlage. Mittels Klettverschluss oder integrierte Haken lassen sie sich auch am Kinderwagen befestigen.

Mitfahrbrett / Buggyboard

Kaum hat sich das erste Kind an den Kinderwagen gewöhnt, kommt das Geschwisterchen bald auf die Welt. Damit trotzdem beide mit zum Spazieren können, bietet sich neben dem Geschwisterkinderwagen auch ein Mitfahrbrett/Buggyboard an. Je nach Modell bieten die Boards auch eine Sitzgelegenheit. Die Mitfahrbretter werden mittels Befestigungen am Rahmen des Kinderwagens fixiert.

Spielzeug

Für ältere Kinder nicht unbedingt zwingend, doch Babys und Kleinkinder freuen sich über Spielzeug am Kinderwagen. Sehr bekannt und beliebt sind Kinderwagen-Ketten oder Anhänger die über die Wanne gehängt werden.


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